Bonbonraub


Ein Mädchen mochte Bonbons gern,
Doch waren diese ach so fern,
Denn sie standen in einem Glase
Hoch auf dem Regal, neben der Vase.

Es stand davor, mit sehnsüchtigem Blick,
Erdachte einen tollen Trick,
Wie es die Bonbons erreichen würde,
Trotz dieser ach so großen Hürde.

Es holte seinen Schmusekater,
Im Wohnzimmer schnarchte leis' der Vater,
Und lockte das Tier mit dem Lieblingsball,
Der Kater kam, schnell wie der Schall.

Das Mädchen spielte mit dem Tier,
Lockte mit dem Ball es, dort und hier,
Warf das Spielzeug in die Ferne,
Der Kater holte es zu gerne.

Dann war es endlich doch so weit,
Mit ganz viel Geschick und Fertigkeit
Warf es den Ball auf das Regal,
Der Kater hatte keine Wahl.

Er sprang mit einem Satz hinauf,
Dabei nahm er den Sturz gern in Kauf,
Den das Glas mit Süßigkeit
Vollführte und dabei entzweit.

Der laute Knall weckte den Papa,
Als dieser in die Küche sah,
Fand er nur Scherben und Bonbonpapier,
Nur Bonbons waren keine hier.

© Thorsten Trautmann

Rheine, 30.04.2012

© Thorsten Trautmann 2012