Dein Mann

Dein Mann





Ich war immer deine feste Burg,
Arbeitete präzise wie ein Chirurg.
Ich war wie die Maschine der Zuverlässigkeit.
Jetzt bin ich ein Häufchen Traurigkeit.

Ich bin für dich über meine Grenzen gegangen.
Habe dir, wenn du's wolltest, den Wind eingefangen.
Wie gerne würde ich heute noch so für dich sein,
Doch leider war das alles wohl doch nur schöner Schein.

Die Burg ist bis ins Fundament erschüttert worden,
Anstelle des Chirurgen jetzt nur wilde Horden.
Die Maschine ist schon länger defekt,
Doch hab ich das lange vor dir versteckt.

Ich tat das alles, weil ich dich so liebe.
Streute selber permanent Sand in mein Getriebe.
Ich kann im Moment nicht dein Retter sein
Und diese Erkenntnis macht mich winzig klein.

Wie sehne ich mich nach den Zeiten zurück,
Wo zu funktionieren war mein Meisterstück.
Ich war stolz auf meine Leistung als dein Mann,
Was ich im Moment einfach nicht mehr kann.

Ich sehe, dass ich überall fehle.
Diese Tatsache zerreißt mir die Seele.
Zu wissen, dass ich dir nicht helfen kann,
Lässt mich denken, ich bin dir kein guter Mann.

Ich kann jetzt nicht für dich da sein.
Meine Kräfte sind dafür viel zu klein.
Aber ich beweise dir, wie groß meine Liebe ist,
Werde für dich gesund, weil du der Lohn bist.



Für meine Frau, Sylke



© Thorsten Trautmann

Rheine, 24.09.2009



Krankheits-Zyklus

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