Mein Strom

Mein Strom





Ich besteige jeden Berg
Und schwebe wieder runter.
Bin der allergrößte Zwerg
Und schlafe mich munter.

Ich durchbreche jede Mauer,
Bau sie hinter mir wieder auf.
Werde im Schlaf noch schlauer,
Obwohl ich's eigentlich nicht brauch.

Der Weg ist das Ziel
und ich räume ihn frei.
Brauche wenig und geb' viel,
Bin leise bis ich schrei.

Ich strahle so hell wie Sterne,
Mag Verhasstes wieder gerne.
Bin an Kraft so reich,
Trag' Lasten Ameisen gleich.

Niemand kann mit mir Schritt halten,
Lass mich nicht mehr verwalten.
Ich brauch auch die Sonne nicht,
Denn ich bin mein eigenes Licht.

Ich spring ins kalte Wasser,
Werde dadurch nicht nasser.
Laufe bis nach Rom,
Folge meinem Strom.



© Thorsten Trautmann



Rheine, 13.09.2009



Krankheits-Zyklus

© Thorsten Trautmann 2012