Ode an einen Exzentriker

Ode an einen Exzentriker





Glitzernde Träume, wie Steine im Magen,
Wimmernde Schreie, die still sich beklagen.
Kein Gedanke gerichtet, erst recht nicht auf's Ziel,
Weil dein Verstand nicht zu haus' ist, macht das Gewissen den Deal.

Schillernde Worte, gesprochen ins Nichts,
Lassen deinen Blick sinken unterhalb des Gesichts.
Du starrst nur nach vorn, müsstest hinten Augen haben,
Weil sich hinter deinem Rücken alle an deiner Unfähigkeit laben.

Der Schlaf wird zur größten Anstrengung des Tages,
Die Gewissheit ist bei dir nur etwas ganz vages.
Dein Kopf fühlt sich an, als würde er hohler,
Wenn du wüsstest was du hast, wäre dir auch nicht wohler.

Kluge Gedanken sind bei dir nicht mehr zu Gast,
Weil du für dich eine eigene Logik entwickelt hast.
Dein Leben ist für dich nur ein Weg in den Tod
Und diesen Weg zu genießen tut bei dir nicht wirklich Not.

Verschlossene Augen sehen nur was du willst,
Niemand will wissen womit du deine Sehnsucht stillst.
Du lebst nur in Dir, bist deine eigene Welt,
Bis dich irgendwann diese an deine Wand stellt.

Keine Träne hast du dir im Leben verdient.
Hast den Bruch aller Freundschaft nur dürftig geschient.
Deinen Tod findet so richtig wohl niemand gemein,
Er wird so wie für alle Anderen auch für dich Erlösung sein.

© Thorsten Trautmann

Bad Pyrmont, 01.12.2009

Krankheits-Zyklus

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