Sang- und klanglos

Sang- und klanglos

Ich sehe in den Spiegel und ein Abgrund tut sich auf.
Ich fühle mich, als ob ich mein Leben verkauf.
Alle Klarheit ist im Chaos verschwunden,
Die Ungewissheit reißt blutende Wunden.

Den Fuß in der Tür meiner Seele,
Befürchte ich, dass ich niemandem fehle.
Kann ich alle Brücken hinter mir abbrechen,
Ohne dass sie sich dafür rächen?

Vor mir der Abgrund, hinter mir eine Mauer,
Über mir liegt das Schicksal auf der Lauer.
Die Mauer hinter mir ist aus Angst, nicht aus Stein
Und den Tränen, die ich allein wein'.

Ich drehe mich im Kreis, kein Ausweg ist in Sicht,
Vielleicht ist er da, aber ich sehe ihn nicht.
Am liebsten würde ich zum Abschied winken
Und sang- und klanglos im Boden versinken.

© Thorsten Trautmann

Bad Pyrmont, 13.12.2009

Krankheits-Zyklus

© Thorsten Trautmann 2012