Augen zu

Augen zu



Wenn ich meine Augen schließe,
Sehe ich nur leere, lange Gänge.
Während ich mit Kälte meine Seele aufspieße,
Wähne ich mich in der Einsamkeit Fänge.

Während im Dunkeln fremde Hände nach mir greifen,
So kalt und bar jeglichen Lebens,
Malen sie auf meine Haut mit Blut seltsame Zeichen.
Ich wasch' sie ab, doch es scheint schlicht vergebens.

Gewachste Masken schauen aus leeren Augenhöhlen,
Ihr Blick durchdringt mich, wie ein heißer Röntgenstrahl.
Sie wollen mich mit ihren Blicken grob verhöhnen,
Gesellschaft wird oft durch Unehrlichkeit zur Qual.

Keine Tür nach draußen, kein Fluchtweg steht mir offen,
Kein Rettungsversuch kann hier wirklich was taugen.
Anstatt in Panik, auf Hilfe dann zu hoffen,
Öffne ich ganz einfach und langsam meine Augen.

© Thorsten Trautmann

Rheine, 23.02.2010

© Thorsten Trautmann 2012