Die Geister, die mich riefen...

Die Geister, die mich riefen...



Die Gestalt sitzt gebeugt in einem Wagen,
Konnt' die Welt wohl nicht ertragen.
Ein Schlauch vom Auspuff ins Wageninnere
Ist es, woran ich mich erinnere.

Ein Trümmerfeld auf weiter Straße,
Scherben von zerstörtem Glase.
Dazwischen ein Körper ebenso zerstört,
Der jetzt zu meinen Träumen gehört.

Ein Mann sitzt in seiner Wohnung,
Die Spritze war die letzte Belohnung.
So saß er wohl zwei Wochen da,
Der Geruch währt noch nach so viel Jahr.

Ein Mann liegt da auf seinem Bett,
Die Wohnung riecht nach altem Fett.
Er hat sich zur letzten Ruh' gebettet,
Der Arzt hat ihn nicht mehr gerettet.

Umrisse unter der Rettungsdecke,
Ein Zug steht da auf freier Strecke.
Gnädig deckt die Decke ab,
Was übrig blieb für's kalte Grab.

Das sind einige meiner Dämonen,
Die für immer in mir wohnen.
Ich habe sie nicht selbst beschworen,
Wurd' von den Geistern auserkoren.

© Thorsten Trautmann

Bad Pyrmont, 02.01.2012



© Thorsten Trautmann 2012