Heimweg

Heimweg



Ich hetze durch die leeren Straßen,
Bin erschöpft über die Maßen.
Vor kurzem pulsierte hier das Leben
Und ich musste ihm Richtung geben.

Der Müll am Straßenrand zeugt von der Nacht,
Verdeckt die sonst vorherrschende Pracht.
Er ist Zeugnis der Ereignisse,
Die ich inbrünstig nicht misse.

Jetzt lässt die Stadt ihre Maske fallen,
Während die Schreie noch durch die Straßen hallen.
Mit der Sonne geht ihr Lächeln auf,
Die nächtliche Fratze verfliegt im Rauch.

Nach gefühlten vierzig Stunden,
Beende ich nun meine Runden,
Die mich durch das Herz der Stadt stets führten,
Wo Suff und Angst sich oft berührten.

Ich strebe nun dem Bahnhof entgegen,
Eben tobte hier noch das Leben.
Schlafende Gesichter in wartenden Zügen,
Strafen die turbulenten Stunden Lügen.

Ich bin froh, dass ich gen Heimat fahre.
Sicherheit ist keine Ware.
Ich versuche sie zwar zu produzieren,
Darf sie dabei selber nicht verlieren.

© Thorsten Trautmann

Münster, Greven, Emsdetten, 09.04.2011

© Thorsten Trautmann 2012