Kinderfreund

Kinderfreund



Du treibst dich an Spielplätzen rum,
Du redest nicht und wartest stumm.
Du wartest auf die Gelegenheit,
Denn irgendwann ist es soweit.

Dann ist ein kleines Kind allein
Und sollte das ganz sicher nicht sein.
Du nimmst dich ganz nett seiner an,
Sodass es nicht widerstehen kann.

Du erzählst von deinem Hund,
Oder steckst ihm Bonbons in den Mund.
Du tust als ob du ein netter Onkel bist,
Bis es alle Warnungen vergisst.

Du erschleichst dir sein Vertrauen,
Darin gehörst du zu den Schlauen.
Du weißt genau, während du mit ihm sprichst,
Dass du bald dieses Kind zerbrichst.

Du gibst vor, Kinder zu lieben,
Doch folgst du nur den falschen Trieben.
Du bist wie ein Tier, das im Dunkeln jagt,
Weil die Menschlichkeit dir das Licht versagt.

Du bist es nicht, den man bedauern muss,
Das ist bestimmt der falsche Schluss.
Du bedeutest so viele Gefahren,
Vor denen solltest du die Kinder und dich bewahren.

Gibst du auch vor, ein Opfer zu sein,
Wuchst du auch auf in einem kalten Heim,
Ist das Kind auch von dir nicht getötet worden,
So ist bestimmt etwas in ihm gestorben.

© Thorsten Trautmann

Rheine, 29.04.2010

© Thorsten Trautmann 2012