Nachruf

Nachruf





Du trugst unser aller Last,
Warst selten gern gesehener Gast,
Wolltest hilfreich allen deine Hand reichen,
Vor dem Bösen nie die Segel streichen.

Du ertrugst die Schmach des Unbeliebten,
Verabscheutest die Rolle des Besiegten,
Du arbeitetest unermüdlich weiter,
Abwärts auf der Karriereleiter.

Tag und Nacht kanntest du die Pflicht,
Deine Familie kannte dich fast nicht.
Du wolltest der Gesellschaft nützen,
Vor allem deine Lieben schützen.

Doch das Schicksal wollte grausam sein,
Deine Chancen waren klein.
Dein Beruf war dein Leben, sicherlich,
Doch endete er auch tödlich, nicht nur für dich.

Jetzt bist du nie mehr für andere da,
Leere am Tisch, wo dein Platz war,
Deine Familie ist auf sich gestellt,
Trotzdem bist du für keinen der Held.

Egal, dass du für deine Ideale starbst,
Egal, dass du unser Schutzschild warst,
Egal, dass du für unseren Frieden gingst,
Weil du entschiedest, was du anfingst.

Für viele warst du nur Uniform,
Für andere das Ziel hinter Kimme und Korn.
Doch mag es noch so viel Ignoranz geben,
Für mich bleibst du ein Menschenleben.



Dieses Gedicht habe ich für alle Kollegen geschrieben, die im Dienst oder in Verbindung mit ihrem Dienst, zu Tode gekommen sind.
Mein Beileid gilt den Hinterbliebenen.

© Thorsten Trautmann

Bad Pyrmont, 26.11.2009

© Thorsten Trautmann 2012