Oury Jalloh

Oury Jalloh

Du starbst einen grausamen Tod,
Deine letzten Momente waren blanke Not.
Egal ob du deinen Tod selber verschuldet hast,
So sollte niemand sterben, erst recht nicht im Knast.

Deine Qualen kann niemand ermessen,
Dein Schicksal gehört niemals vergessen.
Die Flammen zerstörten nicht nur deine Persönlichkeit,
Sondern vernichteten auch einen Teil der Menschlichkeit.

Jetzt, wo du nicht mehr bei uns bist,
Ist der Schuldige sofort ein Faschist.
Weil auch deine Verteidiger, die selbst ernannten,
Doch nur deine Hautfarbe kannten.

So wirst du selbst noch nach dem Tode,
Zum Spielball dieser neuen Mode.
Die Wahrheit wird hin und her gerissen,
Doch will sie eigentlich keiner wissen.

Dein Tod wird instrumentalisiert,
Du post mortem noch schikaniert.
Warum soll man einen Dreck drauf geben,
Auf dein geschundenes Menschenleben?

Du warst bestimmt kein Unschuldslamm.
Du warst ein krimineller Mann.
Die, die dich nicht retten wollten,
Waren die, die dich eigentlich schützen sollten.



Für den Mann, dessen Tod mehr Aufsehen erregte, als sein Leben. Leider scheinen viele zu vergessen, dass es sich bei ihm um einen Menschen handelte und nicht um einen Beweis für den Rassismus bei der Polizei.
Ich halte die Umstände seines Todes für tragisch und hoffe auf eine komplette Aufklärung.

© Thorsten Trautmann

Rheine, 15.01.2010

© Thorsten Trautmann 2012