Deppen der Nation

Deppen der Nation



Die Welt erstickt gerade an ihren Krisen.
Noch nie folgten so viele dicht aufeinander.
Ob es die Viren sind, die ganz fiesen,
Oder aggressives Moos auf der Tropenholzveranda.

Der Winter wird zum Chaos stilisiert,
Die Wirtschaft krankt an Friedenszeiten.
Sobald Herr USA mit uns die Geduld verliert,
Drohen wir doch gleich in Armut abzugleiten.

Die Dummheit ist jetzt unsere Droge,
Sie macht uns frei und ist kostenlos.
Statt nachzudenken ordnen wir unsere Garderobe
Und legen abwartend die Hände in den Schoß.

Wir wählen Menschen, die für uns denken,
Doch prüfen wir nie deren Qualifikation.
Während sie unser Kapital verschenken,
Machen wir uns zu den Deppen der Nation.

Wir schicken Soldaten an fremde Orte,
Dort sollen sie uns gegen das Böse verteidigen.
Doch verlassen wir uns auf gelogene Worte,
Hauptsache dass die Führer sie uns bescheinigen.

Wir bringen Banken unsere Kohle,
Damit sie damit andere ruinieren.
Sie spekulieren, auf unterster Sohle,
Um bei Verlusten die Boni zu kassieren.

Da sitzt in Talkshows unsere Jugend,
Und labert aus den Niederungen des Niveaus.
Respekt vor Menschen ist heute keine Tugend.
Nur im Aufschneiden sind die Kids heut groß.

Haben wir eigentlich unser Hirn geraucht?
Dann hatte es vielleicht sogar einen Heizwert.
Zumindest haben wir es selten zum Denken missbraucht,
Haben lieber gewählte Blender verehrt.

So geht es weiter, das steht für mich fest,
Wir haben verlernt auf uns gestellt zu sein.
Bald geben wir uns allen selbst den Rest,
Denn für so viel Dummheit ist die Welt zu klein!

© Thorsten Trautmann

Rheine, 24.03.2010

© Thorsten Trautmann 2012