Der alte Mann

Der alte Mann

Der alte Mann sitzt auf seinem Berg
Und schaut herab auf Gottes Werk.
Er sieht die schöne weite Welt,
Doch sieht er auch was ihm missfällt.

Er sieht dort Krieg und Hungersnot,
Sieht großes Leiden, Foltertod.
Er sieht Menschen, die für Meinung sterben,
Während andere für Bonbons werben.

Der alte Mann kann kaum ertragen,
Wie viel doch manche Menschen wagen.
Nur um wirklich frei zu leben,
Würden sie ihr Leben geben.

Der Alte schaut weit in die Ferne
Und sieht auf die Mega-Konzerne.
Die werden durch das Schuften satt,
Der Mensch kaum was zum Leben hat.

Eine Firma ist heute wichtig.
Ein einzelner Mensch ist Null und nichtig.
Dem alten Mann kommen schon die Tränen,
Er kann sich nur nach Hoffnung sehnen.

Der alte Mann verzweifelt fast.
Er erträgt nicht diese große Last.
Doch muss er es, weil er nicht vergisst,
Dass er auch Teil der Menschheit ist.

Der alte Mann erträgt den Spott
Und betet flehentlich zu Gott,
Dass dieser doch bitte bringt die Wende
Und damit sein schönes Werk vollende.

Der Greis wird dabei weinerlich,
Die Hoffnung lässt ihn jäh im Stich.
Die Menschen zerstören Gottes Werk
Und ihm bleibt nur sein kahler Berg.

Der alte Mann beginnt zu zittern,
Denn er kann seine Zukunft wittern.
Und eines fänd' ich hundsgemein:
Sollt' ich der alte Mann bald sein.

© Thorsten Trautmann

Rheine, 10.01.2010

© Thorsten Trautmann 2012