Viel reden und nichts sagen

Viel reden und nichts sagen





Sie reden sich die Köpfe heiß,
Weil jeder etwas besser weiß,
Als alle anderen von ihnen,
Die ja den gleichen Zwecken dienen.

Sie diskutieren stundenlang,
Den kulturellen Abgesang.
Sind erzürnt und aufgebracht,
Im Abendland wird es nun Nacht.

Sie müssen sich so echauffieren,
Weil sie nämlich gar nichts kapieren.
Das darf aber doch keiner merken,
Das würde ja den Hohn verstärken.

Die Hauptsache ist, sie sind dagegen,
Ganz egal ist da wogegen.
Man muss zeigen, dass man eine Meinung hat,
Alle anderen Meinungen machen sie platt.

Wie wichtig sind engagierte Leute,
Doch mutieren sie auch oft zur Meute,
Die das Ziel verloren hat.
Dann findet verbales Lynchen statt.

Komm ihnen bloß nicht in die Quere,
Denn du ziehst nur eine Lehre,
Dass du besser jede Meinung vergisst,
Die nicht auch die ihre ist.

Das Motto in diesen Gruppen heißt,
Wer Zündstoff in die Mitte schmeißt,
Wird ganz schnell da vom Freund zum Feind,
Egal wie gut er's wirklich meint.

Denn oft sind diese Vereinigungen
Nur aus einem Grund gelungen,
Ihnen anzugehören ist halt chic.
Wer das gefährdet, dem droht der Strick.

Man muss halt seinen Status waren,
Danach richtet man sein Gebaren.
Doch eigentlich will man nicht wirklich etwas machen,
Man redet halt nur über Sachen.

An alle Gruppierungen, die viel über soziale Probleme reden, aber nicht willig sind zu handeln, oder Handelnde zu unterstützen. Reden kann jeder, Machen ist angesagt!

© Thorsten Trautmann

Rheine, 11.10.2009

© Thorsten Trautmann 2012