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Lichterloh



Die Nacht bricht über mir herein

Und sollte noch so ferne sein.

Die Dunkelheit umfängt den Sinn,

Markiert der Wirrungen Beginn.


Die Wahrheit ist ein ungeliebtes Kind,

Am liebsten bleibt man vor ihr blind.

Denn stieße sie auf Gegenliebe,

Der Stolz oft auf der Strecke bliebe.


Kein Quell der Weisheit in mir entspringt,

Der mir die Erleuchtung bringt.

Ich folge nur den trüben Bächen,

Die giftig sich am Meere rächen.


Gut Ding will ja auch Weile haben,

So lang muss dann die Seele darben.

Doch wartet man eine Ewigkeit,

Entsteht daraus ein innerer Streit.


Der eskaliert dann zu guter Letzt,

Weil sich durch ihn der Wille zersetzt.

Der Wille, alles zu ertragen,

Wird durch die Zeit ganz jäh erschlagen.


Ich grabe mich ganz tief jetzt ein,

Um mich dadurch dann zu befreien.

Ich steck' den Kopf jetzt in den Sand,

Weil er steht lichterloh in Brand!


© Thorsten Trautmann


Rheine, 20.11.2009


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